Freitag, 25. Mai 2012

Überlebensstrategie für Social Media: Web 2.0 muss offline relevant werden

Web 2.0 liegt im Sterben. Das haben noch nicht viele mitbekommen, denn dank lebenserhaltender Maßnahmen, lässt die Herz-Lungen-Maschine den Corpus noch rosig erscheinen.

Aber niemand muss traurig sein, denn das Web 2.0 - dessen Abgrenzung vom Internet schon immer ein wenig konstruiert wirkte - wird integraler Bestandteil des Webs und der Online-Kommunikation bleiben. Der Dialog auf Augenhöhe war schon immer Teil der Netz-Philosophie - nun ist er einfacher geworden und morgen wird er selbstverständlich sein, so dass er keine Abgrenzung oder kein eigenes Etikett mehr benötigt.

Aber es scheint, dass die einzigen, die das noch nicht mitbekommen haben, die Social Media aktive Netz-Cemeinde ist. Sie hüpfen in ihrer künstlichen Luftblase herum und merken gar nicht, dass sie den Sauerstoff veratmen und die Luft um sie herum dünner wird. Man hat den Eindruck, dass man sich in Social Media am liebsten über Social Media unterhält. Und ich unterstütze gerne die Abschlussarbeit, die diese schon lange gehegte These empirisch belegt.

Bei diesem ausgeprägten Selbstbezug, droht die Luftblase den Anschluss an die Wirklichkeit zu verlieren, denn ein selbstreferenzielles System ohne verankernden Bezug zu anderen Systemen dreht irgendwann leer.

Es zeichnet sich aber auch ein Gegentrend ab: Social Media Projekte werden zusehends aus ihrer Virtualität heraus in die Realität verlängert. Die RWE AG versucht es auf ihrer diesjährigen Hauptversammlung mit realer Twitterwand und lässt die Aktionäre mit Post-it Beiträgen in den Dialog mit dem Internetnutzern treten, auf der re:publica 12 wird der Twitter-Stream zum Nachlesen ausgedruckt und damit Wände tapeziert und C&A Brasilien lässt die Facebook-Likes an ausgewählten Kleidungsstücken in den Stores hochzählen.

Offline Twittern auf der Hauptversammlung der RWE AG
Meine Prognose: In 2012 / 2013 werden wir noch mehr von solchen Projekten sehen. Denn wenn Web 2.0 in der realen Alltagswellt Fuß fasst, es schafft, dort relevant zu sein, bewegt es sich in Richtung Daseinsberechtigung und erhöht seine Überlebenschancen.

Content is king - Le roi est mort, vive le roi

Nachtrag:
Bei diesem Thema bietet es sich an, weitere Beispiele zu sammeln, wenn sie einem unter die Finger bzw. die Maus geraten:
 

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