Mittwoch, 9. April 2014

Schaltet doch einfach eure Handys ab, ihr Spacken!

Heute morgen sah ich von der S-Bahn aus eines der aktuellen Plakatmotive von "Brot für die Welt". "Weniger ist leer" steht darauf und natürlich soll man sofort "Wengier ist mehr" assoziieren und an den Trendsport 'Verzicht' denken, der aller Orten immer beliebter wird.

Quelle: http://pfalz.brot-fuer-die-welt.de/gemeindebrief-lueckenfueller-bilder/grafiken-bilder-plakate.html
Hat bei mir wunderbar funktioniert: "Technikfasten" kam mir als erstes in den Sinn - einmal nicht sofort zum Handy greifen, wenn es summt, brummt oder vibriert, den Computer und den Fernseher einfach mal auslassen. Das kann jeder, so lange er sein reflexartiges Verhalten noch unter Kontrolle hat.

Einige können aber offensichtlich schon nicht mehr anders und sind bereit, sich für viel Geld ihre Nicht-Erreichbarkeit teuer zu erkaufen. Derart die Kontrolle über seine Zeit und sein Leben verloren zu haben, macht den größten Manager zur armseeligsten Wurst! Anstatt stolz zu sein, ein Resort gefunden zu haben, in dem man für viel Geld wenig telefonieren darf ist traurig anstatt toll.

"Luxese" - die Zusammenziehung von Luxus und Askese - könnte hier das passende Schlagwort sein. Der Trend, den 'Die Welt' 2009 entdeckt hat, stand bereits im Jahr 2000 in der Berliner Zeitung. Eigentlich bezeichnet er das Phänomen mit dem Billigflieger zum Luxushotel zu jetten, um die Kostenstrukturen einer Reise zu optimieren.

Ich möchte mir unter 'Luxus-Askese' lieber vorstellen, dass irgendwelche gestressten, wichtigen Management-Menschen Tausende von Euros bezahlen um endlich einmal ganz 'natürlich' auf einer harten Holzpritsche in einer Laubhütte schlafen zu können. Diesen Business-Kaspern würde ich gerne zurufen: "Dann könnt ihr auch auf meinen Balkon kommen! Dort werdet ihr perfekt entschleunigt. Das Handy nehme ich euch ab und schalte es aus. Die Tausende von Euros können wir für bessere Dinge ausgeben." - Womit wir wieder beim Auslöser dieser Überlegungen wären.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen