Freitag, 15. Juli 2016

Kunde beschwert sich - Stadtwerke amüsieren sich

Die Straße, in der ich wohne wird gerade aufgerissen. Angeblich sollen Fernwärmeleitungen verlegt werden. Ich weiß zwar nicht, welche Haus in der Straße überhaupt ans Fernwärmenetz angeschlossen ist – aber das ist eine andere Geschichte.

Eine Seite der Straße ist über die ganze Länge aufgerissen, so dass die Straße inzwischen zur Einbahnstraße erklärt wurde. Da es sich um eine Straße, im Düsseldorfer Zentrum handelt, parken die Autos gegenüber des abgesperrten Grabens auch nicht unbedingt ordnungsgemäß. Entsprechend eng ist die Durchfahrt.

Ich parke auf einem Garagenhof hinter der Häuserzeile mit einer schmalen Durchfahrt zur Straße. Wenn nun der Baggerfahrer seinen Bagger mit den Hinterrädern direkt am Ende der Absperrung der Hofeinfahrt abgestellt., verlängert sich der Kurvenweg bei gleichzeitiger Verengung des Radius: Es ist echt knapp bei der vorgeschriebenen Fahrtrichtung auf die Straße zu kommen.

Heute früh habe ich mich leicht verschätzt und bin mit meiner Fahrertür an das Hinterrad des Baggers geraten. Dem Hinterrad des Baggers machte das bei 2,50 Meter Höhe nichts, meine Fahrertür hat eine Beule und einen schwarzen Streifen.

Ich habe mich natürlich über mich und über den Bagger geärgert. Ich wollte die Stadtwerke Düsseldorf anrufen, um darauf hinzuweisen, dass der Bagger lieber ein oder zwei Meter vorfahren und dann erst abgestellt werden sollte.

Soweit die Sachlage. Dann kam mein Anruf bei den Stadtwerken.

Von der Kundenhotline wurde ich zur Zentrale durchgestellt und dann an einen Herrn B. aus dem Bereich Netze. Die erste Reaktion war ein Klassiker: „Ich bin dafür nicht zuständig.“ Man fragt sich manchmal wie ein Land zusammenhängen und funktionieren kann, in dem nie jemand für irgendetwas zuständig ist – aber das ist eine andere Geschichte.

Herr B. könne aber irgendjemanden bescheid sagen, der jemanden bescheid sagt, der dann mit dem Baggerfahrer reden könne – auf gut Deutsch: Hier wird nichts passieren.  Das war zumindest das Gefühl, dass sich bei mir festsetzte und  da ich mich aufregte sagte ich dann irgendwann: „Dieser Scheiß-Bagger…“ - das war mein Fehler. Denn darauf erwiderte Herr B., wenn ich „Scheiß-Bagger“ sage, dann könne man darauf nur antworten, dass der Autofahrer halt nicht Auto fahren könne.

Daraufhin fing Herr B. an zu lachen. Und lachte. Und hörte nicht auf. Und lachte weiter. Und auf die Frage, warum er lache, lachte er weiter. Auf die Frage, was ihm an meiner Frustration so gute Laune bereite, antwortete Herr B., dass er heute seinen letzten Arbeitstag habe und dann in den Urlaub gehe.

Liebe Stadtwerke,

so geht das nicht! Natürlich dürft ihr uns  als eure Kunden kacke finden und dürft uns auch gerne auslachen. Aber es ist keine so gute Idee, zu erwarten, dass der Kunde da gerne mitlachen möchte.

Wenn ihr über uns lacht, dann macht das bitte weniger öffentlich. Setzt euch doch dazu ins Hinterzimmer, wo ihr das Geld zählt, dass ihr mit uns verdient.

Wenn ich bisher keinen Grund hatte zu kündigen, Herr B. hat mir nun einen geliefert.

Ach so, liebe Stadtwerke, euren Bagger könnt ihr trotzdem bitte von der Ausfahrt wegfahren – auch wenn ihr nicht zuständig seid.

Danke.